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Früherkennung von Brustkrebs

Zahlen und Fakten
Brustkrebs stellt weiterhin die häufigste zum Tode führende bösartige Erkrankung in der westlichen Welt dar. Gegenwärtig erkrankt etwa jede 8. Frau in Österreich irgendwann in ihrem Leben an Brustkrebs. Diese Rate nimmt weiterhin zu und die Erkrankung betrifft in zunehmendem Maße jüngere Frauen. In Österreich wird jährlich bei etwa 4800 Frauen die Diagnose Brustkrebs gestellt.

Symptome:
Veränderungen, die auf Brustkrebs hindeuten können, sind zum Beispiel:

  • ein Knoten
  • eine neu aufgetretene Haut- oder Brustwarzeneinziehung
  • eine blutige Absonderung aus der Brustwarze
  • entzündliche Veränderungen der Brustwarze
  • Rötung oder ungewohnte einseitige Schmerzen der Brust.

Was können Sie tun um sich zu schützen?
Das Lösungswort ist „FRÜHERKENNUNG“.
Je früher ein bösartiger Tumor entdeckt wird, umso besser sind die Chancen zum Überleben. Ein Tumor, den Sie bei sich selbst tasten, ist üblicherweise bereits etwa 2 cm groß und durchschnittlich 8-10 Jahre alt. Nein, dies ist kein Schreibfehler, denn ein Brusttumor benötigt zumindest 5-6 Jahre bis er eine Größe von 5-6 mm erreicht.

Welche Untersuchungsmethoden gibt es?
Selbstuntersuchung
Die regelmäßige Selbstuntersuchung ist die ideale Ergänzung zum Screening-Programm (Früherkennungsprogramm) und erhöht die Chance kleinste Veränderungen der Brust rechtzeitig zu erkennen und damit in einem frühzeitigen Stadium sich in eine professionelle ärztliche Versorgung zu begeben.

Mammographie
Die Mammographie ist die Standardmethode zur Früherkennung von Brustkrebs, da mit diesem Verfahren feinste Verkalkungen in der Brust entdeckt werden können.
Fällt Brustkrebs durch solche Mikroverkalkungen mammographisch auf, so sind die Heilungschancen häufig über 95 %.

Aber die Mammographie zeigt nicht immer alle Tumoren, denn die Aussagekraft dieses Verfahrens hängt von der Dichte des Drüsengewebes ab. Daher ist bei Frauen mit dichten Gewebsstrukturen ein zweites Untersuchungsverfahren notwendig, wie beispielsweise die Sonographie oder die MR-Mammographie.

Sonographie
Die Sonographie der Brust ist ein Zusatzverfahren, das die Schwächen der Mammographie bei dichten Gewebestrukturen zum Teil ausgleichen kann.
Mit dem Ultraschall können auch kleinere Tumore innerhalb des dichten Brustdrüsengewebes entdeckt werden.

MR-Mammographie
Die MR-Mammographie ist ein diagnostisches Spezialverfahren, das ohne Röntgenstrahlung beide Brüste dreidimensional abbildet. Es ist die sicherste Methode zum Nachweis sehr kleiner Brusttumoren, wobei bereits Tumoren ab einer Größe von 4-5 mm auch in dichtem Drüsengewebe detektiert werden können.
Die MR-Mammographie kann zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterscheiden. Bei bereits tumoroperierten Frauen kann man mit Hilfe der MR-Technik sehr gut zwischen eventuell neu aufgetretenen Tumorgewebe und Narbengewebe differenzieren.
Hervorragend geeignet ist die MR-Mammographie zur Beurteilung von Brustimplantaten nach Brustaufbau oder Brustvergrößerung.
Die Frage nach einer Prothesenruptur oder einer Undichtigkeit der Prothese mit Silikonaustritt lässt sich MR-tomographisch verlässlich beantworten.

Vorsorge:
Ab dem 30. Lebensjahr

  • Regelmäßige Selbstuntersuchung (mindestens alle 4 Wochen).

Ab dem 40. Lebensjahr (Screening):

  • Regelmäßige Selbstuntersuchung (mindestens alle 4 Wochen).
  • Mammographie beider Brüste in 2 – jährlichen Abständen.
  • Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) beider Brüste wird in unserem Institut im Rahmen jeder Mammographie routinemäßig durchgeführt.
  • MR-Mammographie als ergänzendes Verfahren bei dichtem Gewebetyp oder unklarem Mammographie Befund.

Bei Vorliegen einer familiären Belastung (Vorsorge):

  • Regelmäßige Selbstuntersuchung (mindestens alle 4 Wochen).
  • Mammographie und Mammasonographie beider Brüste in jährlichen Abständen ab dem 35. Lebensjahr.
  • MR-Mammographie als ergänzendes Verfahren bei dichtem Gewebetyp oder unklarem Mammographie-Befund

Nachsorge:
Überwachung nach Brustkrebsbehandlung (Nachsorge):

  • Regelmäßige Selbstuntersuchung (mindestens alle 4 Wochen).
  • Mammographie der operierten Brust (2 Aufnahmen) in halbjährlichen Abständen.
  • Mammographie der anderen Brust (2 Aufnahmen) in jährlichen Abständen.
  • Eine Ultraschalluntersuchung beider Brüste wird in unserem Institut im Rahmen jeder Mammographie routinemäßig durchgeführt.
  • MR-Mammographie bei unklaren Befunden als ergänzendes Verfahren.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.frueh-erkennen.at

Bemerken Sie ein Symptom, das möglicherweise auf Brustkrebs hindeutet, so vereinbaren Sie bitte unverzüglich nach Rücksprache mit ihrem Hausarzt oder Gynäkologen einen Termin für eine Mammographie-und Sonographieuntersuchung.